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23.01.2026
09:01 Uhr
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So richtig doll mit den Kindern raufen? Ja, meint unser Autor. Es ist mehr als Kräftemessen. Es geht um Geschichten und auch Nähe – vor allem zwischen Vätern und Söhnen.

Wir haben ein Familiengeheimnis. Und wenn ich nun trotzdem darüber spreche, riskiere ich, dass mich mein Vater noch spät enterbt. Es hat mit viel Gebrüll zu tun. Wenn man demnächst Geschrei aus meiner Wohnung hört, dann sollte man nicht gleich die Polizei rufen. Es ist vermutlich nichts Schlimmes: Ich weise meine Söhne – neun und sechs – nur in diese alte Familientradition ein. Eine Tradition, die sie mittlerweile zu schätzen wissen – ich würde fast sagen: mehr als ich. Für Außenstehende mag es aussehen wie eine Mischung aus Wrestling und Exorzismus – aber das tut ja so manche deutsche Tradition. Die Geschichte unseres Familienbrauchs begann an einem Wochenende in grauer Vorzeit, als ich selbst noch ein Kind war. Mein Vater, ein liebevoller, sensibler, mitunter wortkarger Mann, war von meiner Mutter mit meiner Betreuung beauftragt worden. Und nun stand er da, wie der berühmte Ochs vorm Berg, und hatte sich etwas auszudenken. Er erfand kurzerhand das Spiel Büffelreiten.