Zeit 27.11.2025
09:26 Uhr

(+) Radentscheid: Bürgerentscheid gewonnen – und dann passiert erstmal nichts


In vielen Städten stimmte die Bevölkerung für mehr Radinfrastruktur ab. Umgesetzt wurde dann jedoch wenig, kritisieren Initiatoren – und zweifeln an der Basisdemokratie.

(+) Radentscheid: Bürgerentscheid gewonnen – und dann passiert erstmal nichts
Francisco Welter-Schulte erinnert sich noch gut an den Moment, in dem er das Wahlergebnis das erste Mal sah: 54 Prozent der Göttinger hatten per Bürgerentscheid für bessere Fahrradwege gestimmt. Bis 2030 sollten neun Kilometer geschützte Radwege entstehen, grüne Abbiegepfeile für Radfahrende an Ampeln eingeführt und ein Winterdienst eingerichtet werden. Für den Radaktivisten ein großer Erfolg. Doch jetzt, anderthalb Jahre später, ist seine Begeisterung der Enttäuschung gewichen. "Die Stadt verschleppt die Umsetzung des Bürgerentscheids", findet Welter-Schulte, der für das Bündnis für nachhaltige Stadtentwicklung auch im Göttinger Stadtrat sitzt. Der fahrradfreundliche Umbau einer Kreuzung sei "Stückwerk", auf die Abbiegepfeile an den Ampeln und den Winterdienst für Radwege warte er vergeblich.