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19.12.2025
15:15 Uhr
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Die harte Arbeit auf dem Hof macht Bauern psychisch krank. Auch Stefan Leichenauer hat das erlebt. Und tut etwas, das auf dem Land selten ist: Er spricht darüber.

Dieser Artikel ist Teil von ZEIT am Wochenende, Ausgabe 51/2025. Sieben Uhr morgens, es ist noch dunkel draußen, aber Stefan Leichenauer hat seine 40 Bullen bereits ziemlich zufrieden gemacht. Jedenfalls kauen sie ausgiebig auf dem frischen Heu herum, das ihnen der Landwirt gerade in die Tröge geschaufelt hat. Und jetzt? "Jetzt fahren wir zu meinem Kraftort", sagt Leichenauer, den habe er nach seiner Krankheit entdeckt. Mit Mütze und Jacke steigt er ins Auto. Fünf Feldwegkurven später steht man auf der Kuppe eines Hügels. Die Sonne schiebt sich gerade in den Tag, färbt den Himmel orange und lila, ihre Strahlen bringen den Raureif auf den Büschen zum Schmelzen. Bald werden sie auch das Nebelmeer aufgelöst haben, das frisch gefurchte Äcker und frisch gemähte Wiesen einhüllt, dahinter den Bodensee und die Kreisstadt Konstanz.