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13.01.2026
07:39 Uhr
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In Paris beginnt heute das Berufungsverfahren gegen Marine Le Pen. Ob die Richter es wollen oder nicht – sie verhandeln auch über die nächste Präsidentschaftswahl.

Man möchte nicht in der Haut der vier Richterinnen oder Richter stecken, die nun über Marine Le Pen entscheiden. Denn das Verfahren, das an diesem Dienstagnachmittag in Paris beginnt, ist mit herkömmlichen Maßstäben kaum zu messen. Selten stand ein juristischer Prozess unter einem solchen politischen Druck. Selten hat ein Urteil absehbar so weitreichende Konsequenzen wie jenes, das die erste Zivilkammer des Pariser Berufungsgerichts fällen wird. Vier Wochen lang werden Marine Le Pen und elf weitere Angeklagte ihrer Partei, des Rassemblement National (RN), im Justizpalast vernommen werden. Das historische Gebäude liegt mitten in der Stadt, gleich daneben, in der Conciergerie, hatte die Königin Marie Antoinette vor mehr als 200 Jahren auf ihre Hinrichtung gewartet. Vier Wochen lang hat Marine Le Pen, die bisherige Anführerin der nationalistischen Rechten in Frankreich, die Chance, die Richterinnen und Richter von ihrer Unschuld zu überzeugen. Und dem "politischen Tod", so hat sie es selbst genannt, zu entgehen.