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08.12.2025
19:29 Uhr
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Die beiden großen Sendergruppen RTL und ProSiebenSat.1 streichen haufenweise Stellen. Miese Konjunktur, sinkende Werbeeinnahmen: Geht das Privatfernsehen gerade kaputt?

"Ich will, dass wir ein bisschen Schmackes in den Laden reinbekommen." Mit dieser markigen Ansage hatte Stefan Raab im Februar ein Fernsehstudio des Nachrichtensenders n-tv betreten und die gerade laufende Sendung unterbrochen. Er sei der neue RTL-Chef, teilte der Entertainer dem Moderator Etienne Bell mit. Wenn er Fragen zu Gehalt oder Arbeitsklima habe, bot Raab an, könne Bell sich an ihn wenden. Raab stiefelte im Anschluss noch in das Studio der RTL-Sendung Punkt 12 mit Katja Burkard und verteilte 50 Euro "Begrüßungsgeld". Es muss offen bleiben, ob es besser gewesen wäre, hätte Stefan Raab wirklich den Chefposten von RTL Deutschland übernommen und nicht nur Werbung für seine Show Du gewinnst hier nicht die Million gemacht, die etwa drei Monate später wegen schlechter Quoten abgesetzt wurde. Zumindest Raab selbst dürfte froh sein, dass er nicht den größten Stellenabbau in der Geschichte der Privatsendergruppe verkünden musste. Die Aufgabe hatte am vergangenen Dienstag Stephan Schmitter, der echte RTL-Chef. 600 Vollzeitstellen fallen weg, dazu noch einmal 100 bei einer RTL-Produktionsfirma, die dichtgemacht wird. Derzeit arbeiten rund 7.500 Mitarbeiter für RTL Deutschland, die über die RTL Group zum Bertelsmann-Konzern gehört.