Zeit 21.02.2026
14:52 Uhr

(+) Pritzker-Preis: Wird es Zeit für die Abrissbirne?


Bislang galt der Pritzker-Preis als Nobelpreis für Architekten. Jetzt gerät er durch die Epstein-Akten in Verruf. Die Bauwelt steht vor einer Männerdämmerung.

(+) Pritzker-Preis: Wird es Zeit für die Abrissbirne?
Karin Hartmann ist Architektin und Autorin. Sie schreibt und forscht zu Architektur und Stadtplanung aus intersektional-feministischer Sicht. Mehr Ruhm, mehr Ehre war nicht zu haben: Wer immer den Pritzker-Preis verliehen bekam, diese ultimative Ehrung für Architekten und Architektinnen, durfte sich unsterblich fühlen. Nicht zu Unrecht hieß es immer wieder, der Pritzker, das sei der Nobelpreis der Bauwelt, dotiert mit 100.000 Dollar. Und jetzt? Jetzt wurden die Epstein-Akten geöffnet. Und alle Ehre scheint dahin. Gestiftet wurde der Preis 1979 vom Besitzer der Hyatt-Hotelkette Jay A. Pritzker, er wollte damit auf die weltverändernde Bedeutung der Architektur aufmerksam machen. Seit seinem Tod organisiert die Hyatt Foundation die Preisvergabe, und der Sohn des Gründers, Thomas Pritzker, hat den Vorsitz übernommen. Anfang der Woche allerdings gab der Multimilliardär die Leitung der Hotelkette ab und erklärte, wie viele andere vor ihm, dass er seine Verbindung zu Jeffrey Epstein, dem Unternehmer, Netzwerker und Sexualstraftäter, sehr bedaure.