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11.12.2025
17:02 Uhr
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Popmusik macht uns glücklich oder traurig. Psychologen glauben deshalb, dass die Charts verraten, wie es einer Gesellschaft geht. Und tatsächlich – Krisen sind hörbar.

Musik kann aus dem schlimmsten Liebeskummer helfen – oder dafür sorgen, dass wir uns erst richtig in unserem Leid suhlen. Sie kann die Seele wärmen oder unser Temperament kühlen. Und das gilt nicht nur individuell. An Songs und vor allem an ihren Texten lässt sich mitunter der Gemütszustand einer Gesellschaft ablesen. Zumindest in den USA. Der Wiener Psychologe Markus Foramitti und seine Kollegen haben sich dafür mit einem ungewöhnlichen Datensatz beschäftigt: den Billboard-Hot-100-Charts. Die Forscher haben die Texte der beliebtesten Songs in den USA der vergangenen 50 Jahre analysiert. Wie sehr haben sich Lyrics verändert? Was bewegte Menschen in den Vereinigten Staaten in den Zeiten, in denen sie ganz bestimmte Liedtexte hörten? Insgesamt mehr als 20.000 der meistverkauften, meistgestreamten und am häufigsten im Radio gespielten Songs zwischen 1973 und 2023 haben Foramitti und sein Team dafür ausgewertet. Ihre Studie ist im Fachmagazin Scientific Reports erschienen und zeigt: Lyrics werden zunehmend simpler und auch negativer. Mit einer Überraschung.