Zeit 13.12.2025
20:30 Uhr

(+) Polizeireporter aus Hamburg: Seine Kollegen nannten ihn Bluthund


Er war oft der erste am Tatort. Sah viele Sterbende. Fotografierte sie. Ruchlosigkeit machte den Polizeireporter Thomas Hirschbiegel erfolgreich. Nun sucht sie ihn heim.

(+) Polizeireporter aus Hamburg: Seine Kollegen nannten ihn Bluthund
Dieser Artikel stammt aus unserem Ressort X und ist Teil von ZEIT am Wochenende, Ausgabe 50/2025. An einem Montagmorgen empfängt er in seiner Wohnung, in der er allein wohnt. Vor ihm liegt ein etwas zerknitterter Umschlag, darauf steht mit Kugelschreiber geschrieben: Explosion, Messerstecherei, Suizid. Seine ersten Fotos aus den 1970er-Jahren sind darin. Er sieht sie sich an. Sagt: "Das ist richtig fies" – "Wie nah ich da dran war!" – "Hier ist Dramatik drin. Hier ist Action!" Thomas Hirschbiegel, 66, gilt als Hamburger Reporter-Legende. Fast ein halbes Jahrhundert lang arbeitete er für die Boulevard-Zeitung Mopo. Als Polizeireporter fotografierte er Hunderte Tatorte. Ende November ist er in Rente gegangen.