Zeit 01.02.2026
10:42 Uhr

(+) Polarlichter: Ein höchst nervöser Stern


Wenn am Himmel über Deutschland Polarlichter leuchten, stürmt es auf der Sonne. Was dabei genau passiert, hat nun eine Weltraumsonde beobachtet.

(+) Polarlichter: Ein höchst nervöser Stern
Wer im Januar Polarlichter sehen wollte, musste nicht in den hohen Norden reisen. Es genügte ein Blick in den deutschen Nachthimmel: Gleich mehrfach waren dort die tanzenden Farbbänder zu sehen, teils von der Küste bis hinunter an die Alpen. Was vom Erdboden aus als friedlich schillerndes Schauspiel erscheint, hat seinen Ursprung in der außergewöhnlichen Unruhe unserer Sonne. Alle elf Jahre ist sie ganz besonders aktiv; ihren Höhepunkt hatte diese Phase Ende 2024, sie ist aber noch immer spürbar. Die Sonne schleudert dann in gewaltigen Ausbrüchen Teilchen und Strahlung ins Sonnensystem. Wenn die Ausläufer solcher Ausbrüche auf die Erde treffen, spricht man von einem Sonnensturm. Der Teilchenstrom der Sonne deformiert das Magnetfeld der Erde, während er größtenteils davon abgelenkt wird – glücklicherweise, sonst hätte das Leben auf der Erde es schwer. In der Nähe der Pole, wo die Feldlinien des Magnetfelds in die Atmosphäre eintauchen, dringen Teilchen ein und bringen dort Sauerstoff und Stickstoff zum Leuchten. Bei besonders starken Stürmen dehnt sich die Leuchtzone aus, so wie jüngst bis nach Süddeutschland.