Zeit 23.01.2026
14:10 Uhr

(+) Pierre Huyghe: Nie war Künstlers Kopf so leer


Der französische Kunststar Pierre Huyghe inszeniert in einer Halle am Berliner Berghain ein düsteres Brimborium. Was für ein Edelkitsch.

(+) Pierre Huyghe: Nie war Künstlers Kopf so leer
Auf den Bestenlisten der globalen Kunstwelt rangiert Pierre Huyghe ganz weit oben, viele seiner Werke werden in großen Museen gezeigt. Was schon ein wenig seltsam ist, denn er interessiert sich, wie er sagt, immer weniger für Affekte, fürs Denken, fürs Menschliche. Und immer weniger auch, das lässt sich ergänzen, für eine Kunst, die auf irgendeine Weise überzeugen könnte. Was er jetzt in Berlin abliefert, ist, mit einem Wort, einfach schlecht. Huyghe, geboren 1962 in Paris, schuf früher ganz eigene, wundersame Ökosysteme. Für die Documenta 13 setzte er 2012 in Kassel einen Komposthaufen an, ließ einen Bienenschwarm sein Nest auf dem Kopf einer liegenden Frauenskulptur einrichten und färbte einem Podenco-Jagdhund ein Bein pink. Dem Hund, der durchs Biotop streifte, gab Huyghe bezeichnenderweise den Namen Human. Was denken Tiere und Insekten, wie nehmen sie uns wahr, grübelte man damals.