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30.12.2025
15:30 Uhr
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Sorge wird zur Angststörung, Trennung zum Trauma – normale Gefühle werden pathologisiert. Wie sich unser Verständnis davon verschoben hat, was behandlungsbedürftig ist.

In einer Gesellschaft, die nach Effizienz, Produktivität und Optimierung strebt, wird der Raum für die natürlichen Schwankungen unseres Erlebens immer enger. Wer nicht funktioniert, muss sich erklären – und nutzt dabei immer häufiger die Terminologie der Psychiatrie. Das kann sich etwa so anhören: "Ich habe die Abschlussprüfung nicht geschafft, ich bin völlig traumatisiert." "Ich habe auch so Angst vor Prüfungen – voll die Angststörung!" "Das zieht mich so runter, was auf der Welt passiert. Ich glaube, ich bin hochsensibel. Ich mach' jetzt News-Detox."