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18.02.2026
16:43 Uhr
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Gibt es eine Art des Wirtschaftens, die die Welt nicht zerstört? Der Ökonom Partha Dasgupta hat sein Lebenswerk dieser Frage gewidmet. Und eine Antwort gefunden.

Wir leben in Zeiten, die uns einiges Kopfzerbrechen bereiten. Deshalb fragen wir in dieser Serie, was interessante Köpfe gegenwärtig bedenkenswert finden. Heute antwortet der 83-jährige Umweltökonom Partha Dasgupta, der zuletzt das Buch "Der Wert der Natur" veröffentlichte. DIE ZEIT: Partha Dasgupta, worüber denken Sie gerade nach? Partha Dasgupta: Ich lese zurzeit wieder einen Roman, der von den Nachtgedanken eines klassischen Physikers handelt, Russell McCormmachs Night Thoughts of a Classical Physicist. In dem Buch geht es um die Unruhe, die entsteht, wenn ein Fach sich grundlegend wandelt. Der Protagonist des Romans, der deutsche Physiker Victor Jacob, wird im Jahr 1918 von der Angst geplagt, dass die Relativitätstheorie und die Quantenmechanik die klassische Physik, mit der er aufgewachsen ist, infrage stellen. Meine "Nachtgedanken" betreffen die Ökonomie: Mir macht es Sorge, dass die modernen Wirtschaftswissenschaften menschliches Wirtschaften weitgehend von der Natur entkoppelt haben. Unsere Volkswirtschaften wachsen zwar, aber mit der Art, wie wir wirtschaften, untergraben wir die natürlichen Grundlagen unseres Wohlstands – das, was ich Naturkapital nenne. Meine Gedanken kreisen darum, wie wir diese immer größere Kluft zwischen vermeintlicher Wertschöpfung und schwindendem Naturkapital erkennen und schließen.