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07.01.2026
19:17 Uhr
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Ole von Uexküll ist Direktor der Stiftung, die jedes Jahr Alternative Nobelpreise verleiht. Hier erklärt er, was eine bessere Welt wäre und wie man Macht aufbaut.

Wir leben in Zeiten, die uns einiges Kopfzerbrechen bereiten. Deshalb fragen wir in dieser Serie, was interessante Köpfe gegenwärtig bedenkenswert finden. Heute antwortet Ole von Uexküll, der die Stiftung Right Livelihood Award leitet. DIE ZEIT: Ole von Uexküll, Sie haben gerade wieder eine Handvoll Alternativer Nobelpreise an Menschen verliehen, die sich um eine "bessere Welt" kümmern. Etwas Besserung könnte das neue Jahr gut gebrauchen. Aber woher wissen Sie, was eine bessere Welt ist? Ole von Uexküll: Sie ist besser, wenn sie friedvoller, nachhaltiger, gerechter ist, das ist die Vision unserer Organisation, der Right Livelihood Award Stiftung. Unsere Preisträger zeigen auf mitreißende Weise, dass sich das globale Gemeinwohl in diesem Sinne gestalten lässt. Aber was mir besonders wichtig ist: Unsere Sicht auf die Welt wird weltweit von einer großen Mehrheit der Menschen geteilt, keineswegs bloß von progressiven oder linken Gruppen, wie oft suggeriert wird. Diese Vision ist im Grunde Common Sense. Die Mehrheit weiß nur selbst kaum, dass sie bis zu 90 Prozent aller Bürgerinnen und Bürger der Welt umfasst. Ich denke deshalb darüber nach, wie sich die Macht dieser vielen stärken ließe und wie wir Gesellschaften nach diesen weithin anerkannten Prinzipien organisieren können. Darüber herrscht Verwirrung, ganz praktisch beim Wie, aber auch grundlegend, infolge eines zynischen Menschenbildes.