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01.03.2026
19:41 Uhr
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In Offline-Clubs zahlen Menschen Geld dafür, dass ihr Handy weggeschlossen wird. Was bringt die Auszeit? Unsere Autorin hat es in Hamburg ausprobiert.

Der Ort, an dem ich lernen soll, offline zu sein, sieht aus wie ein Ort, an dem man normalerweise Leute trifft, die chronisch online sind: Ich bin im Café Rosa in den Zeisehallen in Ottensen. Die pink-rot-blaue Farbpalette an Einrichtung und Wänden wirkt, als wäre sie von Pinterest kopiert. Ausgeschenkt werden Matcha Latte und hippe Limonaden – Getränke, die ich oft durch meinen Instagram-Feed wandern sehe. Ausgerechnet hier trifft sich der Offline-Club Hamburg. Die Idee: Drei Stunden sollen wir lesen, puzzeln, Leute kennenlernen, nur eben ohne Handy. Klingt unspektakulär? Vielleicht. Aber wenn ich so darüber nachdenke: Wann war der letzte Abend, an dem ich überhaupt nicht auf mein Handy geschaut habe? Die Lieblingsroutine der Gen Z – der hastige Griff nach dem Smartphone, um es grundlos zu entsperren – ist auch mir in Fleisch und Blut übergegangen. Ein "Digital Detox", heißt ein bewusster Verzicht auf Bildschirmzeit, kann mir nicht schaden.