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30.01.2026
14:13 Uhr
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Bundespräsident Alexander Van der Bellen lobt die Paragrafen der österreichischen Verfassung seit Jahren als elegant. Zumindest Literaten sehen das anders.

Der 17. Mai 2019, ein Freitag, ist wohl jedem in Österreich lebhaft in Erinnerung. Es war der Tag des Ibizaskandals: Zwei führende FPÖ-Politiker hatten aus ihrem Herzen keine Mördergrube gemacht und in einem heimlich mitgeschnittenen Video eine bedenklich demokratiefeindliche Gesinnung offenbart. Die türkis-blaue Koalition brach auseinander, das Land wurde einmal fest durchgeschüttelt: Misstrauensantrag, Expertenregierung, Neuwahl und so weiter. Immer wieder trat in den darauffolgenden Tagen Bundespräsident Alexander Van der Bellen vor das Volk. "So sind wir nicht", sagte er in seiner ersten Rede. Und ein paar Tage später erklärte er: Man betrete Neuland und sehe Tagen entgegen, die manchen als unübersichtlich erscheinen mögen. Aber es gebe keinen Grund, besorgt zu sein: "Denn gerade in Zeiten wie diesen zeigt sich die Eleganz, ja die Schönheit unserer österreichischen Bundesverfassung. Jeder Schritt, der jetzt getan wird, ist vorgesehen und in der Verfassung verankert."