Zeit 03.02.2026
12:21 Uhr

(+) Neue Chinesische Botschaft in London: Botschaft oder Folterkeller?


China will eine gigantische Vertretung im Herzen Londons bauen. Die britische Regierung hat ihr das erlaubt. Doch Anwohner wehren und ehemalige Hongkonger fürchten sich.

(+) Neue Chinesische Botschaft in London: Botschaft oder Folterkeller?
Als Wilhelm der Eroberer vor tausend Jahren den Tower of London baute, wollte er nicht nur eine Festung für seine Truppen schaffen. Das mächtige Gebäude an der Themse, wie es damals kein zweites gab in England, sollte den Inselbewohnern auch vor Augen halten, wer ab jetzt das Sagen über sie haben würde: nicht mehr die angelsächsischen Könige, sondern neue Herrscher, die siegreichen normannischen Invasoren. Vor wenigen Tagen erteilte die britische Regierung einer heutigen Großmacht die Genehmigung, auf dem historischen Kerngrund der Hauptstadt eine ebenfalls hochsymbolische Feste zu errichten. Direkt neben dem Tower soll eine neue chinesische Botschaft entstehen – und zwar eine Super Embassy, gelegen auf einem Grundstück von 22.000 Quadratmetern, dem Gelände der Royal Mint, der ehemaligen Königlichen Münzprägeanstalt. Der Mega-Bau könnte nicht nur als ungewöhnlich großer und prominenter Solitär im Herzen Londons stehen – eine Botschaft als Botschaft, sozusagen –, das geplante Gebäude grenzt auch unmittelbar an die Internet-Glasfaserkabel, die die City of Westminster mit dem Stadtteil Canary Wharf verbinden.