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09.12.2025
17:46 Uhr
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Eltern mit Einwanderungsgeschichte überlegen einmal mehr, ihren Kindern deutsch klingende Namen zu geben. Das hat damit zu tun, was die in Deutschland zu erwarten haben.

Wie soll unser Kind mit Vornamen heißen? Das ist für werdende Eltern eine komplizierte, manchmal zermürbende Frage. Er soll etwas Schönes über das Kind ausdrücken, individuell sein – und trotzdem anschlussfähig. Der Name soll dem Kind eine gute Zukunft bereiten. Da machen Eltern mit oder ohne Einwanderungsgeschichte keinen Unterschied. So lautet etwa eine türkische Binsenweisheit: Adı güzel – tadı güzel, ist der Name schön – so ist es auch sein Wesen. Doch viele türkeistämmige Eltern überlegen ganz genau, wie sie ihr Kind mit Vornamen nennen möchten. Sie sind mit den Motiven sehr offen: Es geht darum, ob man dem eigenen Kind etwa die selbst erlebte Diskriminierungserfahrung im Alltag, am Arbeitsplatz oder beim Dating ersparen könnte. Also nennt man das Kind statt Ayşe doch lieber Ela. Oder aus Uğur wird dann Emir. Und manche überlegen, mitunter gleich dem Kind einen urdeutschen Namen zu geben, um jeden Hinweis auf den kulturellen Hintergrund zu tilgen. So mancher Maximilian hätte früher Mehmet geheißen.