|
21.12.2025
17:59 Uhr
|
Seit fünf Jahren singen Berliner Nachbarn jeden Abend den Mond an. Über die erstaunliche Kraft von Ritualen

Dieser Artikel ist Teil von ZEIT am Wochenende, Ausgabe 51/2025. Da stehen also, an einem Montagabend, exakt 19 Uhr, acht Menschen vor einer Kirche, einer spielt Mundharmonika, und die anderen singen: Der Mond ist aufgegangen / Die goldnen Sternlein prangen. Gut, tatsächlich: Über ihnen, am Eingang der Kirche, hängt ein orangefarbener Weihnachtsstern, und der Mond über Berlin, der ist bestimmt auch irgendwo. Es regnet, es ist dunkel. Die Stimmung wirkt ganz okay, aber das ist auch schwer zu sagen, denn: Nach sechs Minuten ist die Aufführung schon wieder vorbei, die acht klatschen für sich selbst, danke allerseits, dann gehen sie nach Hause.