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21.01.2026
06:22 Uhr
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Überall herrscht Krisenstimmung – und dann schlägt auch noch der Winter aufs Gemüt. Die Historikerin Mirjam Zadoff weiß, wie man es da schafft, positiv zu bleiben.

DIE ZEIT: Frau Zadoff, Sie sind Historikerin und leiten das NS-Dokumentationszentrum in München. Nun haben Sie ein sehr persönliches Buch geschrieben, einen Leitfaden zum Überwintern. Was hat Sie dazu bewegt? Mirjam Zadoff: Es hat damit zu tun, dass ich meinen Tag oft mit den schlechten Nachrichten der Weltpolitik beginne, mich dann mit der Gewaltgeschichte dieses Landes beschäftige und mein Tag damit endet, dass ich wieder Nachrichten lese. Im vergangenen Jahr kamen auch noch persönliche Herausforderungen hinzu, im Besonderen der Tod meines Vaters. Da entsteht das Gefühl: Jetzt geht gar nichts mehr weiter. Und dann leidet der kreative Teil in uns, der nach Lösungen sucht und zwischen all den Krisen noch Gemeinschaft sieht – dem habe ich mich beim Schreiben gewidmet.