Zeit 23.01.2026
08:06 Uhr

(+) Mikroplastik: Waren die Warnungen übertrieben?


Wir haben Mikroplastik im Gehirn, im Blut, Männer im Hoden. Doch nun stehen die Studien dazu in der Kritik – alles halb so schlimm? Was die Wissenschaft wirklich weiß.

(+) Mikroplastik: Waren die Warnungen übertrieben?
Zehn Gramm Mikroplastik im menschlichen Gehirn! Also fast einen Esslöffel voll könne er aus Proben isolieren. Mit dieser beunruhigenden Aussage machte der US-Forscher Alexander Nihart im Februar 2025 Schlagzeilen. Gemeinsam mit Kollegen berichtete er im Fachmagazin Nature Medicine von einem deutlichen Anstieg von Mikroplastikpartikeln in Gehirnanalysen von Menschen, die zwischen 2016 und 2024 verstorben waren. Besonders hoch sei die Konzentration demnach bei Demenzkranken gewesen. Es ist eine der prominenteren Studien, die in den vergangenen Monaten auf einen erschreckenden Trend hindeuteten: Nicht nur haben Menschen Mikroplastik im Gehirn, im Blut oder im Hoden – sondern auch ziemlich viel davon. Es steckt in Ablagerungen an den Wänden von Arterien, der Niere und Leber und der Plazenta. Wo man auch sucht, man findet Mikroplastik. Mit womöglich schwerwiegenden Folgen für die Gesundheit.