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01.02.2026
19:25 Uhr
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Auch in Deutschland läuft die Dokumentation "Melania" über die First Lady der USA. Aber wer schaut sich den Film an? Unser Autor hat sich in ein Hamburger Kino gesetzt.

"Natürlich ist es ein Propagandafilm!" ruft der Kieferchirurg aus Lüneburg, und seine Frau nickt. Sie befinden sich im UCI Mundsburg, einem Multiplexkino in einem in die Jahre gekommenen Einkaufszentrum in Hamburg-Barmbek. Es ist Sonntag gegen 13 Uhr, gerade ist die Matineevorstellung von Melania zu Ende gegangen. Das Ehepaar ist restlos begeistert. "Jeder Film ist ein Propagandafilm!", ergänzt die Frau des Zahnmediziners. "Trotzdem ist es ein Meisterwerk!" Melania, der biografische Dokumentarfilm über die First Lady der USA, ist an diesem Wochenende in die Kinos gekommen. In den USA (und Kanada) hat er einen überraschend starken Start hingelegt: Rund sieben Millionen Dollar wurden am ersten Wochenende bereits eingespielt. 40 Millionen Dollar hat Amazon Melania Trumps Produktionsfirma Muse für den Film gezahlt und noch mal 35 Millionen für seine Vermarktung. Mit der Rekordsumme hat sich Amazon-Chef Jeff Bezos das Wohlwollen der Trumps erkauft. Zum Deal gehörte auch, dass er weltweit in die Kinos gebracht wird. In Deutschland ist die Nachfrage bescheiden: Am Freitagmorgen waren in allen 39 deutschen Kinos, die den Film zeigen, erst 159 Tickets verkauft.