Zeit 20.11.2025
16:04 Uhr

(+) Medikamentenabgabe an Hochbetagte: "Es ist Teil guter Medizin, auch mal nichts zu tun"


Zu oft würden am Lebensende aufwendige Therapien verordnet, die kaum Effekt hätten, sagt Intensivmediziner Karagiannidis. Das Leid der Patienten werde so verlängert.

(+) Medikamentenabgabe an Hochbetagte:
Der Virologe und Drogenbeauftragte der Bundesregierung Hendrik Streeck (CDU) sorgte zuletzt für Aufregung, als er die Frage aufwarf, ob hochbetagten Patienten noch teure Therapien verordnet werden sollten. Nach heftiger Kritik ruderte er später zurück: "Es geht nicht ums Sparen, sondern darum, Menschen etwas zu ersparen", erklärte er. Christian Karagiannidis (51) ist Intensivmediziner, Professor am Lehrstuhl für Pneumologie an der Universität Witten/Herdecke und ehemaliges Mitglied der Regierungskommion Krankenhaus. Das Gremium legte bis März 2025 zahlreiche Stellungnahmen vor, wie die Krankenhausversorgung reformiert werden könnte. Im Interview kommentiert Karagiannidis die Äußerungen von Streeck – und erklärt, welche gesellschaftliche Debatte nun ehrlich geführt werden müsste.