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07.03.2026
20:13 Uhr
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Raus aus der Ohnmachtsfalle: Der Soziologe Matthias Quent erklärt, was das Erstarren vor der AfD mit Säbelzahntigern zu tun hat – und wie ein Ausweg aussehen könnte.

"Keine Macht der Ohnmacht" heißt das in dieser Woche erschienene, neue Buch von Matthias Quent. Der Soziologe ist einer der kenntnisreichsten Experten des Rechtsextremismus. Wir treffen ihn zum Gespräch in seinem thüringischen Wohnort Jena, der Heimat von Beate Zschäpe. DIE ZEIT: Herr Quent, Sie haben erforscht, wie Menschen auf die vielen Krisen und den Rechtsruck reagieren. Dabei interessieren Sie sich besonders für die Gefühle. Warum? Matthias Quent: Weil Menschen nun mal nicht so streng rational sind, wie wir es im Sinne der Aufklärung glauben möchten. Das, was in der Welt und in uns selbst passiert, basiert nicht allein auf Fakten und Argumenten, sondern vor allem auf Emotionen und Erfahrungen. Die extreme Rechte hat das schon vor über hundert Jahren verstanden und macht sich das heute wieder zunutze. Faschisten sind wirkungsvolle Gefühlpolitiker, auch die AfD bewirtschaftet erfolgreich Ohnmachtsgefühle. Demokraten hingegen sind sehr viel schlechter darin, mit Emotionen zu arbeiten, sie nehmen sie nicht ernst genug. Das muss sich schnell ändern, davon bin ich überzeugt.