Zeit 26.02.2026
17:16 Uhr

(+) "Marty Supreme": Was für ein Treffer


Der Film "Marty Supreme" über einen Tischtennisprofi ist exzellent gemacht, Hauptdarsteller Timothée Chalamet gilt als Oscarfavorit. Leider ist die Geschichte allzu brav.

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Cleveres Marketing oder haltloses Gerede? Man staunt nicht schlecht über den Ruf, der Josh Safdies Tischtennisheldenkomödie Marty Supreme hierzulande vorauseilte. Sollte tatsächlich dieser Film, der im Umfeld der Berlinale seine deutsche Premiere hatte, ein Stück Außenseiterkino sein, wild, ungekämmt, Zuschauer überfordernd, wie es Der schwarze Diamant war, den Josh Safdie noch mit seinem Bruder Benny 2019 drehte? Hier gibt es nichts davon. Es ist nur ein sehr spaßiger und spannender Film, kein Sportlerdrama, das vom mühsamen Aufstieg durch Schweiß und Tränen kündet, sondern ein jüdischer Schelmenroman, der von Übermut, Dreistigkeit und schließlicher Läuterung des Helden handelt. Ja, es ist auch ein moralischer Film, und nein, von Wagnis und Experiment keine Spur, dafür brillantes Handwerk und mehr als perfekte Darstellerführung. Timothée Chalamet, der den angehenden Tischtennisprofi spielt, der sich vom Sportwettenmilieu trüber Kneipen ans Licht der Weltmeisterschaften vorarbeitet, kann seinen ganzen zappeligen Charme entfalten.