Zeit 28.02.2026
13:26 Uhr

(+) Marina Abramović: "Bis 2028 bin ich ausgebucht"


Ihre Großmütter wurden 103 und 108, die Künstlerin selbst sagt: "80 ist das neue 40." Ein Gespräch mit Marina Abramović, die nichts bereut und noch sehr viel vorhat

(+) Marina Abramović:
1946 erschien die erste Ausgabe DIE ZEIT. Wir feiern mit Menschen, Dingen und Ideen, die genauso alt sind wie wir – und die Welt bis heute bewegen. DIE ZEIT: Frau Abramović, Sie blicken auf acht Jahrzehnte Leben und Kunst zurück. Was hat Sie als Kind in Belgrad geprägt? Marina Abramović: Ich bin mit kommunistischen Eltern aufgewachsen. Bis zu meinem sechsten Lebensjahr hat meine Großmutter mich aufgezogen. Ich habe sehr früh mit dem Malen begonnen und überall gezeichnet. Meine erste Ausstellung hatte ich mit 14 Jahren. Ich wollte nichts anderes als Künstlerin werden, das war meine Vision von mir selbst. Ich hatte ein kleines Atelier, was in kommunistischen Zeiten für ein Kind ein ziemlicher Luxus war. Ich habe nur gemalt, gemalt und gemalt. Irgendwann wurde mir dann klar, dass mich klassische Kunst nicht mehr interessierte. Ich habe mich mit Sound beschäftigt, dann mit Performance. Als ich damit begann, habe ich gespürt: Das ist es. Und nun mache ich das seit 60 Jahren. Die Hälfte meiner Generation ist tot, die andere Hälfte hat schon vor langer Zeit aufgehört zu arbeiten.