Zeit 28.12.2025
15:32 Uhr

(+) Marie Jaroni: "An diesen Abenden habe ich das erste Mal gedacht: Du bist jetzt allein"


Marie Jaroni muss 11.000 Stellen streichen, um Thyssenkrupp Steel zu retten. Sie wird beleidigt und gibt Hoffnung. Was heißt Führen, wenn die Deindustrialisierung droht?

(+) Marie Jaroni:
DIE ZEIT: Thyssenkrupp Steel ist seit Jahren in der Krise und verbrennt Milliarden. Sie sind seit November die Vorstandsvorsitzende, auch vorher waren Sie schon im Vorstand. Wann sind Sie das letzte Mal vor Mitarbeiter getreten, ohne dass diese Angst vor dem haben mussten, was Sie sagen? Marie Jaroni: Am Freitag. ZEIT: Welche Botschaften hatten Sie zu verkünden? Jaroni: Das war vor 250 Führungskräften der oberen Ebenen. Denen habe ich gesagt, dass ich so optimistisch bin wie seit anderthalb Jahren nicht. Das meine ich mit vollem Herzen. Ja, unser Restrukturierungsplan ist hart. Uns werden viele Kolleginnen und Kollegen verlassen. Aber es bleiben auch ganz viele hier, die müssen motiviert sein. Und dabei hilft Klarheit. Am Ende dieser Reise wird ein Unternehmen stehen, das überlebensfähig ist. Viele haben diese Veranstaltungen zwar nicht jubelnd verlassen, aber zumindest ohne mehr Angst und mit der Hoffnung: Wenn ich jetzt mitmache, geht es auch wieder nach vorne.