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24.11.2025
17:13 Uhr
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Vom Westen verlassen, von Dschihadisten bedroht, von der Armee unterdrückt: Die Lage in Mali ist verzweifelt. Wer kann helfen – oder braucht es einen Deal mit Al-Kaida?

Verwackelte Bilder. Der Mann, der die Kamera hält, rennt brüllend eine Böschung hoch. Nur zwei Worte sind zu verstehen: "Gott" und "Wille". Er filmt roten Sand, Gestrüpp, dann dicke, schwarze Rauchsäulen, die in den Himmel steigen. Als er schnaufend die Kuppe der Böschung erreicht, zuckt er zusammen. Eine Explosion. Er schwenkt nach rechts, hält auf einen brennenden Tanklastwagen. Er schwenkt nach links auf seine Kameraden, Männer mit Sturmgewehren. Plötzlich krachen Schüsse, seine Kameraden feuern in die Flammen. Die Menschen in Mali sehen solche Bilder seit Anfang September immer wieder in sozialen Netzwerken. Es ist Propaganda-Material von JNIM, der "Gruppe für die Unterstützung des Islams und der Muslime". Dahinter steckt eine Allianz von Terrorgruppen, die Al-Kaida nahesteht und ihrem großen Ziel immer näherkommt: dem Aufbau eines islamischen Staates inmitten der Sahelzone. Das zumindest fürchten einige Beobachter der Region.