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27.02.2026
10:31 Uhr
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Als iranischer Präsident war er ein brutaler Hardliner, Israelhasser und Holocaustleugner. Wird Mahmud Ahmadinedschad jetzt zum neuen Partner von Donald Trump?

Der Mann war immer schon ein Sonderfall. Schillernd. Geheimnisvoll. Schwer einzuordnen. Andere iranische Politiker, die ich interviewt habe, entsprachen gängigen Vorstellungen vom düsteren, aggressiven Gottesstaat, beispielsweise Said Dschalili, der frühere Bürochef des Obersten Religionsführers: jede Bewegung, jeder Satz ein Ausdruck von Hass und Verachtung für den Besucher aus dem Westen. Mahmud Ahmadinedschad dagegen gab sich ausgesprochen freundlich. Er lud mich während seines Wahlkampfs 2009 ein, ihn in seiner Präsidentenmaschine zu begleiten, wies mir bei seiner Kundgebung in Isfahan einen Ehrenplatz zu. Aber über seine Politik und seine wahren Ansichten konnte das nicht hinwegtäuschen. Ahmadinedschad war ein Hardliner, der sein Volk brutal unterdrückte, Oppositionelle foltern und hinrichten ließ. Der auf eine iranische Atombombe hinarbeitete. Der gegen den "großen Teufel Amerika" hetzte und "das zionistische Gebilde" – seine Umschreibung für Israel – mit der Auslöschung bedrohte.