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12.12.2025
05:23 Uhr
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Wenn die Linke den Siegeszug der Rechtspopulisten nicht aufhalten kann, wird das daran liegen: Sie war mit Feindbildern beschäftigt, die weit links von der AfD stehen.

Wenn irgendwann einmal gefragt wird, warum es den linken, progressiven Kräften im Westen nicht gelungen ist, sich auf den Kampf gegen den Rechtspopulismus zu konzentrieren, dann wird man vielleicht auf eine symptomatische Veranstaltung in Zürich zur Vorweihnachtszeit schauen. Unter dem Titel "Der große Kanton. Rise & Fall of the BRD" trafen sich die Schriftstellerin Eva Menasse, der Genozid-Forscher Dirk Moses, der Poptheoretiker Diedrich Diederichsen und andere, um ein Scherbengericht über Deutschland abzuhalten. Man muss dazu wissen, dass viele der Teilnehmenden für renommierte deutsche Zeitungen schreiben und auch im TV gern gesehene Gäste sind, progressives Ultra-Establishment sozusagen. Was insofern von Belang ist, als in Zürich der Eindruck erweckt wurde, man könne im Staatsräson-Deutschland nicht mehr frei über Israel und den Krieg in Gaza reden und müsse sich daher ins schweizerische Exil begeben.