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02.03.2026
13:12 Uhr
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Tomer Gardi hat ein Buch über Essenslieferanten geschrieben. "Liefern" ist kein Elendsporno, sondern eine rasante Reise durch ein globalisiertes Unterdrückungssystem.

Welch beneidenswerter Einfall: einen Roman über die hart arbeitende Rückseite unserer verwöhnten, zitternden, alternden Gesellschaften zu schreiben, über jene Menschen, die auch zum optischen Symbol des digitalen Turbokapitalismus geworden sind – die mit "dem viereckigen Rückenglobus", also die Essenslieferanten auf Rädern. Es gibt sie in allen Großstädten, sie strampeln in Leuchtfarben und unter den albernsten Firmennamen um ihr Auskommen und ihre Onlinebewertung. Sie sind selbstständige Dienstleister jenseits von Gewerkschaften und Arbeitnehmerschutz, zur Selbstausbeutung gezwungen; wenn einer ausfällt, oft genug wegen eines Verkehrsunfalls, warten schon zig andere gierig auf eine Registrierung als "Rider".