Zeit 19.12.2025
10:19 Uhr

(+) Lidl-Reederei "Tailwind": Für Lidl lohnt sich's


Weil Saisonware aus Asien oft zu spät kam, gründete Lidl eine Reederei und lässt sogar Schiffe bauen. So etwas wagt kein anderer Handelskonzern – und das hat gute Gründe.

(+) Lidl-Reederei
Es ist zu blöd, wenn Christbaum-Kugeln erst im Februar in die Läden kommen. Wichtel mit Zipfelmütze will nach Silvester auch keiner mehr haben. Und es verärgert Kunden, wenn sie vom Ski-Anzug nur die Hose kaufen können, obwohl eine Kombi mit Jacke beworben wird. So etwa muss man sich das Problem vorstellen, das die Discounter-Kette Lidl lange hatte: Während der Pandemie musste der Einzelhändler oft wochenlang auf seine Waren aus China warten. Containerschiffe kamen wegen der Staus in den Häfen oft viel zu spät. Bei Ankunft in Rotterdam oder Hamburg waren Feste wie Halloween, Weihnachten oder Ostern vorbei – die Saisonartikel an Bord der verspäteten Frachter wollte niemand mehr kaufen. Lidl blieb auf Bergen von Nonfood sitzen und musste sich entscheiden: einlagern oder vernichten. Beides kommt teuer.