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21.11.2025
16:13 Uhr
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Blickt man anlässlich des Vorlestags auf das Leseverhalten der Deutschen, stellt sich fast Kulturpessimismus ein. Für Buchfreunde erscheint am Horizont aber eine Utopie.

Man könnte schon kulturpessimistisch werden, wenn man sich die Daten anschaut, die der Medienwissenschaftler Christoph Engemann in seinem jüngst erschienenen Buch Die Zukunft des Lesens zusammengetragen hat. So ist die Zahl der deutschen Buchkäufer von 37 Millionen im Jahr 2013 auf 26 Millionen im Jahr 2023 gesunken, innerhalb einer Dekade hat das Land also 11 Millionen regelmäßige Buchkäufer verloren. Parallel stieg der Anteil leseschwacher Schüler zwischen 2017 und 2022 von 17 auf 25 Prozent. Bei den 14- bis 29-Jährigen sind zudem die Lesezeiten erheblich zurückgegangen, und zwar unabhängig vom Bildungsniveau. Dass die grassierende Leseunlust keineswegs eine Frage des Schulabschlusses ist, versichern einem ebenfalls regelmäßig Universitätsdozenten aus den Sozial- und Geisteswissenschaften im Gespräch. Auf deren routinierte Frage, wer die wöchentliche Seminarlektüre bewältigt habe, heben oft nur wenige Studierende die Hand.