Zeit 28.11.2025
14:56 Uhr

(+) Kunst in Hamburg: Räumt die Stadt auf!


Rostige Bleche, groteske Gestalten, Kitsch: Was in Hamburg als Kunst in die Stadt gestellt wird, wirkt oft nicht sehr durchdacht. Geht das nicht besser?

(+) Kunst in Hamburg: Räumt die Stadt auf!
Wussten Sie, dass mitten in der Hamburger Innenstadt eine begehbare Installation von einem der wichtigsten zeitgenössischen Künstler steht? Direkt neben dem Rathaus und in zweifacher Ausführung? Falls nein, ist das nicht verwunderlich, es fehlt der Installation nicht nur an einer Beschilderung, sondern auch an Kunstcharakter. Ólafur Elíasson hat für Hamburg im Jahr 2020 die Gesellschaftsspiegel geschaffen, zwei braunschwarze Metallkörper auf Stelzen, jeweils 9 Meter hoch. Seiner Erklärung zufolge sollen sie "einen kontemplativen Moment" ermöglichen, denn in ihrem Inneren verbergen sich Kaleidoskope. Dafür muss man jedoch überhaupt auf die Idee kommen, sich unter die massiven, eher bedrohlich wirkenden Konstruktionen stellen zu wollen. Folgt man dieser Einladung des Künstlers, erlebt man Kitsch pur. Der Kunstkritiker Gillo Dorfles schrieb schon Mitte des 20. Jahrhunderts: Wenn etwas Kleines – wie etwa die Kaleidoskope, die wir als Spielzeuge aus unserer Kindheit kennen – in übersteigerter Größe reproduziert wird, handelt es sich um Kitsch.