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26.01.2026
17:05 Uhr
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Start-ups wollen bei der Auswahl optimierter Superbabys helfen. Ein Paar aus Hessen zahlt Zehntausende Euro für Gen-Screenings in den USA und muss sich dann entscheiden.

Dieser Artikel ist Teil von ZEIT am Wochenende, Ausgabe 04/2026. Es sieht aus wie beim Onlineshopping: hellblauer Hintergrund, Drop-down-Menü, eine Oberfläche, als würde man T-Shirts oder ein Fahrrad kaufen. Nur steht dort nicht "Farbe" oder "Größe", sondern "ausgewählter Embryo". Dazu "mentale Eigenschaften", "physische Eigenschaften" und "häufige Krankheiten". Zugang zu diesem Portal bekommen Paare, die Eizellen im Labor künstlich befruchten lassen und die – vorerst tiefgekühlten – Embryonen genetisch untersuchen lassen. Das amerikanische Start-up Herasight bietet den Service an. Durch einen Klick sehen die Kunden Balken, auf denen sich ihre untersuchten Embryonen gruppieren – Risikoverteilungen für Weißen Hautkrebs, Bluthochdruck oder Hodenkrebs. Für ADHS, Schizophrenie oder eine bipolare Störung. Und eine Vorhersage für den erwarteten IQ. Der Embryo, der die Eltern überzeugt, wird in die Gebärmutter eingesetzt und von der Mutter ausgetragen.