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23.11.2025
13:03 Uhr
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Jena und Leipzig boomen, aber nur für Ost-Verhältnisse. Der Finanzforscher Mario Hesse erklärt, warum die Haushaltskrise ostdeutsche Kommunen besonders hart trifft.

DIE ZEIT: Herr Hesse, der Brandenburger Landkreistag hat kürzlich Alarm geschlagen, die Defizite in den Haushalten von Gemeinden, Städten und Landkreisen seien bundesweit so hoch, es drohe ein "kommunaler Shutdown". Ist die Lage wirklich so schlimm? Mario Hesse: Die Lage ist seit dem vergangenen Jahr außergewöhnlich dramatisch. Die Wirtschaft kommt seit Corona nicht so recht auf die Beine. Während die Steuern stagnieren, schlägt die Krise richtig zu, weil sich Bund und Länder aus der Finanzierung kommunaler Aufgaben tendenziell zurückziehen. Gleichzeitig steigen die Ausgaben. Das ist eine ungesunde Mischung und führte 2024 zum Rekord-Defizit von 24,8 Milliarden Euro bei den Kommunen.