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24.11.2025
18:38 Uhr
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Wenn zu wenige Freiwillige zur Bundeswehr gehen, soll die Wehrpflicht kommen. ASB-Chef Knut Fleckenstein kritisiert, dass nicht über den Zivildienst gesprochen wird.

Knut Fleckenstein ist seit 15 Jahren ehrenamtlicher Bundesvorsitzender des Arbeiter-Samariter-Bundes (ASB), einer Hilfs- und Wohlfahrtsorganisation mit gut 1,5 Millionen Mitgliedern. Der 71-Jährige engagiert sich seit Jahrzehnten für die SPD und war lange Abgeordneter im Europaparlament. DIE ZEIT: Der Kompromiss der Koalition zur Wehrpflicht sieht keinen Zivildienst vor – und damit keine weiteren Helfer für den ASB. Hätten Sie sich von der Bundesregierung mehr erhofft? Knut Fleckenstein: Nein, im Gegenteil. Ich war nicht enttäuscht, sondern ganz beruhigt, dass die Bundesregierung es erst mal weiter mit der Freiwilligkeit versuchen will, bei der Bundeswehr wie beim Zivildienst. Auch der ASB setzt auf Freiwillige, wir haben damit seit 2011 gute Erfahrungen gemacht. Über den Bundesfreiwilligendienst und das Freiwillige Soziale Jahr kommen gut 1.600 junge Leute zu uns – kaum weniger als zu Zeiten, als es noch Zwang gab. Bis 2011 hatten wir noch etwa 1.700 Zivildienstleistende im Jahr.