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26.01.2026
14:27 Uhr
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Wenn sich in der Führungsetage ein lockerer Freizeitlook durchgesetzt hat, sendet der junge Anzugträger riskante Signale. Unsere Autorin hat einen Tipp parat.

Vertrauensvoll wandte sich kürzlich ein Leser an mich. Er, Berufseinsteiger, würde sich im Büro gern "richtig schick" kleiden – die Anführungszeichen setzte er selbst –, und zwar nicht nur aus Respekt. In gepflegter Kleidung fühle er sich sicherer und kompetenter. Sein Vorgesetzter jedoch pflege einen legeren Stil. "Da ich in der Hierarchie ganz unten stehe", schreibt der Leser, "empfinde ich eine Hemmung, mich deutlich formeller zu kleiden als die Führungsebene." Diese Hemmung ist nicht nur fein beobachtet, sondern auch exemplarisch für unsere Zeit. Die Angst vor dem Overdressing, also davor, zu gut gekleidet zu sein, kommt heute häufiger vor als die Sorge, zu nachlässig zu wirken. Dahinter steckt die Furcht, aus der Menge auszuscheren, als Teil einer Elite zu gelten, gar Verantwortung übernehmen zu wollen – und damit womöglich: jemandem den Rang streitig zu machen.