|
11.01.2026
12:41 Uhr
|
Und wenn: Wäre das so schlimm? Wir haben Hirnforscher, Pädagogen und Spielzeugexperten gefragt, was es bedeutet, dass Bildschirme Bausteine oder Puppen ersetzen.

Dieser Artikel ist Teil von ZEIT am Wochenende, Ausgabe 02/2026. Wenn man das Behandlungszimmer des Kinderpsychiaters Oliver Dierssen betritt, fällt sie einem sofort ins Auge: die Playmobil-Ritterburg. Sie ist groß und hat alles, was eine Burg so braucht: Türme, Brücken, Leitern, einen Kerker. Auf ihr tummeln sich Ritter und Burgfräulein, Wachen und Angreifer, Räuber, ein Kamel. Seit einiger Zeit gibt diese Burg Oliver Dierssen Anlass zur Sorge. Der 45-Jährige setzt sich auf ein kleines Ledersofa. Seine Praxis ist im beschaulichen Gehrden bei Hannover, in der Fußgängerzone, draußen ist gerade Markt. "Früher", beginnt Oliver Dierssen, "hat jedes Kind, das hier reinkam, sofort mit der Burg gespielt." Sie sei sein Garant dafür gewesen, erst einmal ungestört mit den Eltern reden und ein paar Fragen stellen zu können: Was führt Sie zu mir? Wie geht es dem Kind? Was hat sich verändert?