|
03.01.2026
19:09 Uhr
|
Die europäischen Staaten wollen Migration stoppen – und kooperieren dafür mit denen, die Menschen zur Flucht zwingen. Auch in meiner Heimat Sudan

Ich bin ein Flüchtling. Es fühlt sich immer noch seltsam an, das zu sagen. Im Sommer habe ich in Deutschland politisches Asyl bekommen. Den Moment, als ich meinen Bescheid in den Händen hielt, kann ich kaum beschreiben. Erleichterung – und Beklemmung, weil ich weiß, in welch privilegierter Position ich mich befinde. Ich konnte auf legalem Weg nach Deutschland einreisen. Tausende meiner Landsleute müssen durch Wüsten und über das Mittelmeer fliehen, was viele nicht überleben. Die Europäische Union und verbündete Regierungen in Afrika haben die Wüste und das Meer zu Instrumenten der Migrationskontrolle gemacht. Ich musste erst selbst zum Flüchtling werden, um das zu begreifen.