Zeit 18.02.2026
16:26 Uhr

(+) Katastrophen in der Schule: "Lehrer sind gewissermaßen Ersthelfer"


Stromausfall, Naturkatastrophen, Krieg: In Krisen sollen die Schulen im Land zu Orten der Nachbarschaftshilfe werden. Die Pädagogik-Professorin Anja Besand erklärt, wie.

(+) Katastrophen in der Schule:
DIE ZEIT: Frau Besand, Sie haben ein Katastrophen-Curriculum für die deutschen Schulen entwickelt, eine Art Notfallplan. Das klingt alarmistisch. Auf welche Schreckensszenarien wollen Sie Lehrer und Schüler denn vorbereiten? Anja Besand: Seitdem vor vier Jahren Russland die Ukraine angegriffen hat, frage ich mich, welche Rolle die Schulen spielen, wenn sich das Leben der Menschen über Nacht so massiv ändert. ZEIT: Was lässt sich aus den Erfahrungen in der Ukraine lernen? Besand: Die ukrainischen Lehrkräfte haben vom ersten Kriegstag an versucht, den Schulbetrieb aufrechtzuerhalten. Sie haben in U-Bahn-Schächten unterrichtet und den Lehrplan umgestellt, sodass sie den Kindern beigebracht haben, wie man mit Gefahrenstoffen umgeht oder wie sich eine posttraumatische Belastungsstörung zeigt. Selbst zu all den Schülerinnen und Schülern, die auf der Flucht waren, haben sie Kontakt gehalten und sie weiter mit Unterrichtsmaterial versorgt.