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01.12.2025
12:30 Uhr
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Kanzleien investieren Millionen in Künstliche Intelligenz: Dokumente prüfen, Gesetze recherchieren, Schriftsätze erstellen – all das geht. Aber das hat seinen Preis.

Nico Kuhlmann geht einem Verdacht nach: Ein Snack-Hersteller soll das Produkt eines Mandanten kopiert haben. Der Markenrechtsanwalt klickt auf einen KI-Agenten. Er nennt ihm den Namen des Unternehmens, schon erstellt die KI Screenshots der Website, sichert Beweise. Kuhlmann kann sich kaum einen Kaffee holen, da ist der Agent schon fertig. Früher hat der Anwalt dafür mehrere Stunden gebraucht. Kuhlmann, 39, kennt sich bestens aus mit KI. In sozialen Medien postet er unter dem Glasdach seiner Kanzlei in Hamburg regelmäßig Videos, in denen er erklärt, wie Anwälte richtig prompten, also der KI die passenden Befehle erteilen. Er macht das öffentlich, weil er befürchtet, dass manche in der Branche den technischen Fortschritt verschlafen oder zu sorglos damit umgehen.