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07.12.2025
21:11 Uhr
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Künstliche Intelligenz könnte Historiker irgendwann ersetzen, glauben Technik-Enthusiasten. Nur: Was passiert, wenn das Modell eine eigenständige Deutung vornimmt?

Gleich hinter dem Pier, dort, wo die Stahlproduktion der Hafenstadt Mo i Rana verladen wird, liegt Norwegens Geschichtsfabrik. Hier, nah dem Polarkreis, digitalisiert die norwegische Nationalbibliothek ihren Gesamtbestand. Dabei geht es zu wie in den benachbarten Stahlunternehmen des Bergbauorts. Nur dass hier Wissen geschürft – und in die virtuelle Welt verschifft wird. Die Dokumente liegen in automatisierten Hochregallagern. Eine Million werden jedes Jahr gescannt, mit Scannern, so groß wie Spritzgussmaschinen. 90 Prozent aller norwegischen Bücher sind bereits digitalisiert, außerdem 80 Prozent der Zeitungen und fast alle Radioprogramme.