|
12.01.2026
16:05 Uhr
|
Wer Jura studiert, lernt zuerst das Fürchten: vor der Prüfung. Absolventen erzählen von Depressionen, Panikattacken und Essstörungen. Warum sich so wenig daran ändert.

Die juristische Ausbildung beginnt oft vielversprechend, wie jedes Studium: eine Einführungsveranstaltung im vollen Audimax, Schulter an Schulter mit Fremden, die zu Freund:innen werden. Stadtrallyes und Kneipentouren, schlechte Drinks auf Erstsemesterpartys, gute Gespräche bei WG-Abenden. Und sie beginnt oft mit einem Satz, der im Lauf der Ausbildung immer wieder fällt. Mal als Drohung von einem Professor in der Zivilrechtsvorlesung. Mal als Warnung von einer besorgten AG-Leiterin: "Sehen Sie sich Ihre beiden Sitznachbarn an: Statistisch gesehen wird nur einer von Ihnen das Staatsexamen bestehen."