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15.01.2026
11:31 Uhr
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Morgens Deutschunterricht, nachmittags Physikvorlesung – und wo bleibt das Leben? Wir haben fünf Jugendliche gefragt, wie es wirklich ist, neben der Schule zu studieren.

Wenn Luca morgens im Deutschunterricht sitzt, ist er ein ganz normaler Schüler. Dann geht es um Metrik in Der zerbrochene Krug, Integralrechnung in Mathe oder Konjunkturen in Wirtschaftslehre. Schule eben, 12. Klasse. Doch der Vormittag ist nur die erste Etappe seines Tages. Kurz nach Schulschluss sitzt Luca im Hörsaal. Die Reihen sind voll, das Tempo hoch, die Inhalte abstrakt. Auf den Folien geht es um Quantenmechanik. Wer kurz nicht aufpasst, verliert den Anschluss. Luca, 18, studiert im fünften Semester Physik, während seine Schulklasse sich noch mit den Grundlagen der Mechanik beschäftigt. Er gehört zu einer kleinen Gruppe Jugendlicher, für die der Übergang von der Schule an die Universität nicht mit dem Abitur beginnt, sondern Monate oder Jahre davor. Die Juniorstudierenden sitzen morgens im Klassenzimmer und nachmittags im Hörsaal. Manche sagen: Sie sind Überflieger. Wie sehen sie das? Und wie kommen sie mit ihrem Doppelleben klar?