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22.01.2026
13:44 Uhr
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Als Jugendliche begingen diese vier Männer schwere Straftaten: Mord, Drogenhandel, Raubüberfall. Wie haben die Taten ihr Leben geprägt? Und wo stehen sie als Erwachsene?

Fayyaz Şahin*, 48 Jahre alt, verurteilt wegen gemeinschaftlichen Mordes. 1998 ins Gefängnis, 2013 entlassen, Bewährung lief 2018 ab Ich war 21, als ich wegen gemeinschaftlichen Mordes zu 20 Jahren Gefängnis verurteilt wurde. Ich war Teil einer Gruppe, acht Männer. Wir waren im Hamburger Rotlichtmilieu tätig, gerade 20 und schon Zuhälter. Ich habe hauptsächlich Sachen organisiert, schon als Teenager. Geklaute Autos, Handys, Waffen. Um das Geld zu waschen, haben wir mit Autos gehandelt. Eine andere Gruppe aus dem Rotlichtviertel wollte mit uns Geschäfte machen, aber wir lehnten ab. Als Warnung schlugen sie einen von unseren Läden klein. Wir sprengten aus Rache einen ihrer Läden in die Luft. Das hat sich hochgeschaukelt. Irgendwann war klar, wir müssen reden. Wir sind in Hamburg zu dritt ins Auto gestiegen und in eine andere Stadt gefahren. Mein Kollege sagte noch zu mir: "Fayyaz, komm, ich nehm meine Waffe mit, damit wir uns verteidigen können." Ich habe mir keine Gedanken gemacht. Wir Männer mussten was darstellen. Mit Waffe war man gefühlt zwei Meter groß und unbesiegbar.