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21.02.2026
10:47 Uhr
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Nun macht sich auch die Schriftstellerin Judith Hermann in ihrem neuen Buch auf die Suche nach der Nazivergangenheit der eigenen Familie. Dabei gibt es ein Problem.

Das neue Buch der Schriftstellerin Judith Hermann handelt von ihrem Großvater. Und vieles spricht dafür, dass dieser Mann ein Verbrecher war. Er war als Mitglied der Waffen-SS im polnischen Radom stationiert. Damals hatte die hundert Kilometer südlich von Warschau gelegene Stadt etwa 80.000 Einwohner, darunter waren 25.000 Juden. Die deutschen Besatzer hatten diese zunächst in ein Ghetto gesperrt, im August 1942 brachte man dann die Alten und die Kinder vor Ort um. Die übrigen Juden wurden ins Vernichtungslager Treblinka verschleppt: So gut wie alle starben in der Gaskammer. Die Polen wiederum galten unter deutscher Besatzung als "Untermenschen". Sie wurden ausgehungert und verrichteten Zwangsarbeit. Die Elite des Landes wurde ermordet. Das alles ist noch nicht lange her. Was sind schon achtzig Jahre?