Zeit 02.12.2025
15:11 Uhr

(+) Iran: Teheran droht der "Tag Null"


Irans Hauptstadt geht das Wasser aus. Das Regime spricht von Engpässen und Evakuierung, Experten vom Bankrott. Wer warnt, wird politisch verfolgt. Wie ernst ist die Lage?

(+) Iran: Teheran droht der
Es beginnt mit einer Warteliste fürs Duschen. Auf dem Campus der Al-Zahra-Universität in Teheran drängen sich Studentinnen im schmalen Korridor des Wohnheims. Seit Tagen, erzählen sie, kommt im Fünftausend-Betten-Komplex nur zwei Stunden am Tag überhaupt etwas aus den Leitungen – zu wenig für das Nötigste. Für eine zehnminütige Dusche müsse man sich inzwischen eintragen, berichten die Studentinnen. Videos zeigen Studierende, die sich vor dem Wohnheim versammelt haben und wegen der Wasserabschaltungen Parolen gegen die Regierung rufen. Die Wassergesellschaft von Teheran reagierte mit einem Statement: Die Universität gehöre zu den "übermäßigen Verbrauchern", ihr sei der Wasserdruck nach einer Verwarnung reduziert worden. Offiziell ist nur die Rede von Druckreduzierungen, die bei den "Hochverbrauchern" inzwischen gängige Praxis sind. Auch in anderen Teilen der Hauptstadt sinkt der Wasserdruck seit Wochen immer wieder – nachts, manchmal bis in den Morgen hinein. Die Behörde rät den Bewohnern dazu, den niedrigen Wasserdruck mit Pumpen auszugleichen und ihre Tanks für Zeiten der Abschaltung zu füllen.