Zeit 14.01.2026
16:27 Uhr

(+) Iran: Stille ist das falsche Wort


Die Iraner warten, aktualisieren, starren auf ihre Handys. Nichts passiert. Während unabhängige Informanten aus dem Land verstummen, spricht das Regime noch lauter.

(+) Iran: Stille ist das falsche Wort
Das Internet ist weg. In Deutschland steht das für ein Funkloch in der U-Bahn oder einen streikenden Router. Doch in den Tagen der Proteste im Iran bekommt dieser Satz eine andere Schwere. Weil er keinen technischen Zustand beschreibt, sondern eine Verschiebung der Wirklichkeit. Wer von außen auf einen Blackout blickt, stellt sich Leere vor: keine Bilder, keine Videos, keine Nachrichten. Tatsächlich entsteht etwas anderes. Kein Schweigen, sondern eine monotone Lautstärke. Während unabhängige Quellen im Land verstummen, bleibt eine staatlich gelenkte Tonspur übrig. Und die wird lauter.