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07.01.2026
20:32 Uhr
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Die USA streichen sechs Routineimpfungen für Kinder. In Deutschland oder Dänemark geht es ja auch, heißt es. Doch ein zentraler Unterschied wird unterschlagen.

Es ist die wohl größte Wende in der Impfpolitik der Vereinigten Staaten seit Jahrzehnten, angestoßen vom Präsidenten persönlich: Ab sofort sollen Kinder in den USA routinemäßig nur noch gegen elf statt 17 Krankheiten geimpft werden. Bemerkenswert sind nicht nur die Änderungen am Impfkalender an sich, sondern auch der Vorgang, der dazu führte: Außen vor gelassen hat die US-Regierung nämlich das Gremium unabhängiger Fachleute, das normalerweise die Evidenz für jede einzelne Impfung sichtet und Empfehlungen abgibt. "Was da vor sich geht, ist schockierend", sagt Reinhard Berner, Direktor der Klinik für Kinder- und Jugendmedizin am Uniklinikum Dresden und Chef der Ständigen Impfkommission (Stiko), der ZEIT. "Lang etablierte Impfempfehlungen werden im Handstreich abgeschafft – und das in einem Prozess, der nicht wissenschaftlich begründet ist." Auch die oberste Impfverantwortliche bei der Weltgesundheitsorganisation zeigt sich fassungslos: "Ich kenne kein anderes Beispiel, bei dem ein Land sein Impfprogramm so dramatisch und grundlegend geändert hat", sagte sie dem Portal Statnews.