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25.12.2025
14:04 Uhr
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Die dänische Kleinstadt Tønder ist bei Paaren aus Deutschland beliebt: Hier kann man ohne viel Papierkram heiraten. Es werden nicht zufällig seit einigen Monaten mehr.

Um kurz vor acht Uhr morgens hisst die Standesbeamtin Susanne Husted die erste der zwei dänischen Flaggen, die den Eingang zum Standesamt in Tønder säumen. Die beiden weißen Linien auf dunkelrotem Grund wirken wie ein asymmetrisches Pluszeichen, das könnte nicht besser passen. Denn hier werden Individuen zu Familien summiert. Es geht eine alte Holztreppe hoch in den ersten Stock. Gerade durch liegt der holzvertäfelte Hochzeitssaal. Mit einer Vielzahl von Wappen verzierte Bleiglasfenster lassen spärlich Licht in den Raum. Es scheint auf ein Gemälde des deutschen Malers Josse Goossens, welches den Bau eines Schutzdammes an der Küste von Tønder um 1510 zeigt. Auf der rechten Seite des Gemäldes: Bauern bei der Arbeit. Auf der linken: Adel, der den Bau beobachtet. Unter ihm auch der spätere dänische König Frederik I. Eine feudale Szenerie, dabei ist dieser Ort ein demokratischer. Hierhin kommen jene, die sich eine schnelle und unkomplizierte Hochzeit wünschen. Und die, die anderswo an Hürden stoßen würden.